Neoplan (MAN Pilsting)

Der MAN mit anderem Kleid

Ein wenig MAN ist nach 1999 (siehe Typenchronik MAN) doch noch geblieben. Sehen wir es positiv, es zählen die inneren Werte. Und schon sind wir auch beim Thema. Dazu bleibt mal wieder nichts anderes übrig, als in einem Vorwort den Griff in das Geschichtsbuch zu machen.

Seit Jahren, eigentlich schon seit mehr als einem Jahrzehnt, ist der Busmarkt hart umkämpft. Globalisierung macht(e) sich breit. Auch wenn es schon abgedroschen ist: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Einerseits ist dies einer deutlich zugenommenen Zahl ausländischer Bushersteller geschuldet, die auf den deutschen Markt drängten und andererseits machte die Kostenexplosion bei Material und Lohn insgesamt allen zu schaffen. Im Bereich "Geschichte der HCR" können Sie in Bälde einen Artikel zur Preisentwicklung bei den Fahrzeugen lesen.

MAN und Mercedes, als "global player" unter den deutschen Herstellern, wollten wachsen und Konkurrenz aufkaufen. Marktpositon stärken, so nennt man das. Genau da beginnt die Geschichte Neoplan. Schon Anfang der 2000er Jahre schwächelten die Bushersteller wegen der starken Absatzeinbrüche. Konrad Auwärter, Sohn des Firmengründers Gottlob Auwärter, verkaufte Neoplan an MAN. Der Name Neoplan wurde von MAN weitergeführt und steht heute für Reisebusse im oberen Segment. Aufgrund vorhandener Lizenzen wurden jedoch die seit Ende 1998 noch bei Auwärter in Produktion gegangenen Stadtbusse Centroliner N44xx bis in das Jahr 2003 weitergebaut. Erst da entschied MAN, die bereits komplett mit MAN-Technik und Auwärter/Neoplan-Aufbau versehenen Busse aufgrund der technischen Weiterentwicklungen einzustellen. Darüber hinaus hat man sicherlich auch Konkurrenz aus dem eigenen Haus vom Markt genommen. (Anmerkung: Der Neoplan Centroliner Evolution N 45xx wurde noch bis 2007 weitergebaut und bis Anfang 2008 verkauft, er war im Prinzip schon fast identisch mit dem MAN-Stadtbus).

Die HCR kaufte im Rahmen der Kooperation östliches Ruhrgebiet und einer Gemeinschaftsbestellung ausschließlich Neoplan N4416 (Centroliner).

N 4416

HER-CR 31 bis 35 Neoplan (Pilsting) N 4416 (2000)  
HER-CR 36 bis 40 Neoplan/NEOMAN (Pilsting) N 4416 (2001)  
HER-CR 41 bis 50 Neoplan/NEOMAN (Pilsting) N 4416 (2002) Die Wagen 46, 47, 48 und 50 wurden nach und nach zwischen dem 10. und 18.12. abgestellt, am 22.01.2015 abgemeldet und damit ausgemustert.

Die Fahrzeuge des Baujahres 2000 wurden vorzeitig im Jahr 2010 ausgemustert. Probleme an der Karrosserie führten, wie auch bei den anderen KÖR-Unternehmen, zu dieser Entscheidung. Zuvor war bereits über ein polnisches Werk des Mutterhauses MAN nachgebessert worden.

Der Wagen 37 aus dem Beschaffungsjahr 2001 wurde am 31.03.2011 an die Firma Zeretzke-Reisen aus Castrop-Rauxel verkauft, die seit dem 01.04.2011 als Subunternehmer der HCR Fahrdienstleistungen erbringt. Der ursprünglich mit gelber Umweltplakette ausgestattete Centroliner wurde mit einem Partikelfilter versehen und erfüllt die Bedingungen für eine grüne Umweltplakette.

Entgegen der üblichen Vorgehensweise wurde im Jahr 2012 mit Lieferung der Neufahrzeuge nicht der Wagen 41, sondern der Wagen 42 ausgemustert. Dies hatte rein betriebswirtschaftliche Aspekte.

Im Februar 2014 sind die eigentlich für den 30.11.2013 erwarteten Neufahrzeuge eingetroffen. Unter anderem wurden 5 Solofahrzeuge gekauft. Da 1:1 alt gegen neu getauscht wurde, standen im April 2014 fünf weitere Neoplan N 4416 zur Ausmusterung an. Getroffen hat es die Wagen 41, 43, 44, 45 und 49. Zum 30.11.2014 wurden die bestellten Fahrzeuge des Beschaffungsjahres 2014 geliefert und alle noch vorhandenen Centroliner (46, 47, 48 und 50) wurden zum 22.01.2015 ausgemustert.

Die Ära Neoplan ist damit unwiderruflich bei der HCR beendet.

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