Krupp / Henschel

LKW oder Bus?

Der schwierigste Teil der Typenchronik zu Beginn. Das liegt nicht nur an der mittlerweile vergangenen Zeit und den sehr dürftigen Übermittlungen, sondern vielmehr auch an den Ereignissen. Denn die Nachkriegsjahre bescherten mangels Material vielfach bunt zusammengestrickte Fahrzeuge, Not macht erfinderisch. Mit "bunt" ist selbstverständlich nicht die Farbe der Karosse gemeint, sondern eher die Zahl der verschiedenen Hersteller - fast ausschließlich LKW-Produzenten - und den Aufbaugebern. Hier ist hauptsächlich die Waggonfabrik Josef Rathgeber zu nennen, die in München ansässig war. Es ist daher kein Wunder, dass die ersten Busse LKW mit Fahrgastzelle waren und den Herr- und Damenschaften so manch künstlerisch akrobatische Höchstleistung abforderte, ehe man auf den harten Holzsitzen Platz nehmen durfte, so denn einer frei war. Eine nennenswerte Zahl war es nicht, wie man unschwer an einem vermutlich einzig noch vorhandenen Beleg sehen kann.

Kennzeichen unbekannt Krupp/Henschel (Essen) Beschaffungsjahr 1950 2, gebraucht von der Vestischen Strassenbahn übernommen

Der Zeitungsartikel gibt schon eine Menge Informationen, viel mehr kann ich nicht beisteuern. Zu erwähnen ist noch, dass der Aufbauhersteller nicht bekannt ist und es sich bei dem Fahrgestell vermutlich um das O/OD 3,5 handeln wird. Hinter der Bezeichnung versteckt sich nichts anderes wie das in den 1940er Jahren gängige LKW-Fahrgestell und 3,5 steht für die Tonnen-Zahl. Ab und an wird dem per Schrägstrich noch eine 2 für die Zahl der Achsen angehangen. Da Krupp tatsächlich nur wenige Personenbeförderungsfahrzeuge hergestellt hat, sind kaum noch Vergleiche möglich.

Die beiden Krupp wurden nach nur 2 Jahren gegen Krauss-Maffei Omnibusse getauscht, das können Sie auf der nächsten Unterseite nachlesen.

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